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Dashboarding: Intuitive Erkenntnisse aus Datenanalysen

Die transparente Kaffeemaschine

Immer mehr Maschinen können Daten ins Internet liefern. Daraus lassen sich wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Doch mit der nackten Analyse ist es nicht getan: Die Daten müssen so aufbereitet werden, dass Erkenntnisse schnell und intuitiv erfassbar sind – das klassische Mittel dazu sind Dashboards mit übersichtlichen Text-, Listen- und Grafikdarstellungen.

25.04.2018Text: bbv0 Kommentare
Dashboards - Auge
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Dashboards sind auf dem Vormarsch. Damit lassen sich nicht nur Umsatzstatistiken, Top-Kunden und KPIs anzeigen. Das Internet of Things eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für den direkten Einblick in Produktionsprozesse und den Status vernetzter Maschinen. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, was möglich ist und was es beim Dashboarding von Maschinen zu beachten gilt.

Alle Informationen auf einen Blick

Im Auftrag eines führenden Kaffeemaschinen-Herstellers für die Gastronomie hat bbv eine Web-Anwendung entwickelt. Teil der Anwendung ist ein frei konfigurierbares, dynamisches Dashboard, auf dem der Kunde auf einen Blick den Gesamtstatus einer Maschine erkennt. Per Mausklick erhält er weitere Informationen bis hin zu den Details einer einzelnen Getränkeausgabe: «Jedes Mal, wenn ein Kaffee, ein Tee oder heisses Wasser produziert wird, sendet die Maschine Angaben wie Temperatur, und Produkttyp. Dazu kommen maschinenspezifische Meldungen wie Fehler oder Angaben zum Reinigungszyklus», sagt Rolf Englputzeder, Senior Software-Ingenieur bei bbv.

Mit einem Dashboard können auch mehrere Maschinen überwacht werden. Welche dann im Fokus stehen, lässt sich mit Such- und Filterfunktionen bestimmen. So können etwa die Maschinen eines bestimmten Gebiets, alle Vorgänge in einem Zeitraum oder alle Maschinen mit Milchprodukten angezeigt werden.

Kundennahe Projektentwicklung

«Das A und O bei der Entwicklung solcher Anwendungen ist die Kommunikation mit dem Kunden», betont Englputzeder. Das Entwicklungsteam setzte das Projekt mit Scrum in Zwei-Wochen-Sprints um. Am Ende jedes Sprints traf sich das Team mit dem Kunden, präsentierte seine Bilanz und legte fest, wie es weitergehen sollte. «Bei so kurzen Iterationen merkt man sofort, wenn etwas in die falsche Richtung geht und kann Gegensteuer geben.»

«Das A und O bei der Entwicklung solcher Anwendungen ist die Kommunikation mit dem Kunden.»

Rolf Englputzeder, Senior Software-Entwickler .NET & Frontend bei bbv

Ausschlaggebend für den Erfolg war auch der Requirements Engineer, der von Anfang an im Projektteam war. «Es ist eine Herausforderung, in die Kristallkugel zu blicken und vorauszusagen, welche Wünsche der Kunde künftig haben könnte. Ein Requirements Engineer kann dabei helfen», hält Englputzeder fest. Eine weitere Herausforderung war die Datenmenge. So betreibt ein Kunde des Auftraggebers weltweit über 50’000 Kaffeemaschinen. Jedes Maschinen-Event generiert Daten, die gespeichert und aufbereitet werden müssen. Architekturentscheidungen müssen sorgfältig getroffen werden – im Hinblick auf die Kosten der Datenhaltung und auf künftige Bedürfnisse des Kunden.

Nutzerinnen und Nutzer im Zentrum

Einer der wichtigsten Aspekte einer Dashboard-Lösung ist die Usability. Mit im Boot war deshalb auch eine Usability-Expertin. So steht gleich zu Beginn des Projekts der Nutzer mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt: Die Entwickler müssen verstehen, wer die Anwender sind, wie sie die Lösung nutzen wollen, welche Informationen sie benötigen und wie diese am besten dargestellt werden. Dies lässt sich mit Nutzerbefragungen, Besprechen der Oberfläche in Form von Wireframes, Beobachten des Umgangs der Nutzer mit bedienbaren Prototypen und sich daraus ergebenden Tasks und User Flows erreichen – also dem beobachteten Weg der Nutzer durch die einzelnen Elemente des Dashboards.

Zu beachten ist, dass ein Dashboard für mehrere Zielgruppen zum Einsatz kommen kann. Im Fall des Kaffeemaschinen-Projekts sind dies etwa ein Operations Manager bei einem Service-Partner, der die Maschinen vertreibt und wartet, ein Category Manager, der 2000 Maschinen in 1000 Shops betreut, oder ein Entwicklungsingenieur beim Hersteller selbst. Sie alle haben unterschiedliche Informationsbedürfnisse. Mit einem dynamischen Dashboard, das mit einfach zu konfigurierenden Widgets und flexiblen Filtermöglichkeiten aufwartet, lassen sich die verschiedensten Anspruchsgruppen bedienen.

Daneben gilt es, einige Grundregeln des Dashboard-Designs zu beachten. Dazu gehört, vor allem aktuelle, dynamisch wechselnde Informationen zu präsentieren. Statische Angaben wie die Top-Kunden der letzten 15 Jahre interessieren auf einem Dashboard weniger. Die relevantesten Informationen sollten priorisiert angezeigt werden – zum Beispiel links oben und relativ gross. Die Anordnung der Elemente ergibt sich aus dem festgestellten User Flow. Auch darstellerische Details sind wichtig: Bei der Farbgebung ist zum Beispiel auf die Rot-Grün-Sehschwäche zu achten, von der immerhin zehn Prozent der männlichen Bevölkerung betroffen sind.

Der Experte

Rolf Englputzeder

Rolf Englputzeder ist als Senior Software-Entwickler .NET & Frontend bei bbv tätig. Als passionierter Softwareentwickler und SCRUM Master arbeitet er gerne an neuen Herausforderungen und liebt es im Team zu agieren. Sein Hintergrund ist die industrielle Automatisierung.

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