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Expansion nach China

Den Sprung über die chinesische Mauer wagen

Die Expansion in den chinesischen Markt ist für viele Unternehmen sehr verlockend. bbv und Software AG zeigen gemeinsam auf, welche Hürden auftauchen können und wie wichtig ein Partner ist, der von der Planung bis zum Betrieb unterstützen kann.

11.11.2021Text: bbv0 Kommentare
Chinesische Mauer
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Die digitale Entwicklung in China gehört zu den schnellsten der Welt. Geprägt durch die vier BATS-Giganten (Baidu, Alibaba, Tencent und Sina), die in den letzten Jahren die Entwicklung von neuen digitalen Produkten und Dienstleistungen vorangetrieben haben, ist China auch für ausländische Unternehmen interessant – auch für solche, die schon eigene Lösungen auf dem Markt haben.

In der Theorie ist also die Expansion in den chinesischen Markt relativ einfach. In der Praxis sieht eine solche Expansion dann aber etwas komplizierter aus. Durch die so genannte «Great Firewall of China» schützt China seinen eigenen IT-Markt vor ausländischen Anbietern, wie kaum ein anderes Land. So sind dann auch Anbieter wie Google, AWS oder Microsoft nur mit starken Limitationen oder teilweise auch gar nicht verfügbar. Es sind also genau die Anbieter, auf deren IoT- und Cloud-Technologien Unternehmen gerne zurückgreifen.

Für nicht-chinesische Unternehmen ist es also schwierig, beispielsweise auf ihren etablierten, westlichen Cloud-Anbieter zurückzugreifen. Zudem müssten ausländische Unternehmen in China eine Sondergenehmigung, eine so genannte «Internet Content Provider (ICP) License» beantragen, was in vielen Fällen beinahe ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und selbst mit einer ICP-Lizenz sind Möglichkeiten, um Daten mit Anwendungen auszutauschen, die sich ausserhalb von China befinden, stark reglementiert – darunter fallen auch Möglichkeiten wie die Verbindung via VPN. Zudem sind Kontrollen durch die chinesischen Behörden jederzeit möglich.

Hürden erkennen

Wegen der Restriktionen verzichten viele westliche Unternehmen auf die Etablierung der eigenen Dienste. Stattdessen greifen sie auf einen chinesischen Service Provider, wie beispielsweise Alibaba Cloud zurück und suchen sich einen strategischen Partner, der sie beim Markteintritt in China unterstützt. «Entscheidend ist, dass der Partner über eine operative Niederlassung in China verfügt und schon ausreichend Erfahrungen aus anderen IoT-Projekten in China gesammelt hat. So lassen sich nicht nur die technischen, sondern auch die rechtlichen Hürden meistern», erklärt Martin Weisslechner, Senior Director bei Software AG.

In den allermeisten Fällen muss beim Markteintritt in China auf einen lokalen Cloud-Anbieter, wie beispielsweise Alibaba-Cloud, zurückgegriffen und eine Netzwerkkonnektivität zwischen China und dem Rest der Welt geschaffen werden, um die Daten zwischen den IoT-Plattformen sauber zu synchronisieren. «Gerade wenn es um China geht, ist aus unserer Sicht die Auswahl eine plattform-unabhängigen beziehungsweise cloud-agnostischen IoT-Lösung ausschlaggebend: Wenn die IoT-Lösung ausschliesslich auf einem amerikanischen Hyperscaler läuft, könnte es in China Probleme geben», erklärt Weisslechner.

Diese Synchronisierung von Daten ist aber gar nicht so einfach, denn oftmals wird der normale IP-Verkehr früher oder später von der «Great Firewall of China» blockiert. Zudem agiert die Firewall sehr selektiv. Sobald sie VPN-ähnlichen Verkehr identifiziert, unterbricht sie die Verbindung und verhindert, dass eine Verbindung mit ausländischen Servern hergestellt wird. Diese Blockaden können zwar wieder aufgehoben werden, trotzdem können die Unterbrechungen für Unternehmen kritische Auswirkungen haben. Deswegen empfiehlt es sich, sich nach technischen Alternativen umzusehen. Beispielsweise erlaubt MPLS eine unterbrechnungsfreie Synchronisierung der Daten. Damit kann garantiert werden, dass die Assets, Devices oder Gateways innerhalb und ausserhalb von China jederzeit problemlos miteinander kommunizieren.

Für Unternehmen, die mit einer IoT-Device-Management- und Application-Enablement-Plattform arbeiten, wie beispielsweise Cumulocity IoT, ist die Etablierung in eine lokale chinesische Cloud – zumindest nach Einholung der entsprechenden Bewilligungen – keine grosse Sache mehr. Zu guter Letzt muss jedem Unternehmen bewusst sein, dass die Etablierung der Dienste in China auch Geld kostet. Die rechtlichen Rahmenbedingungen bei den chinesischen Stellen, die lokalen Cloud-Provider sowie auch die MPLS-Kosten sollten daher im Voraus abgeklärt werden.

Der Experte

Martin Egloff

Martin Egloff ist Business Area Manager in den Bereichen Medtech und Industrie. Er kennt die speziellen Entwicklungsprozesse im medizinischen Umfeld und verfügt über langjährige Erfahrung in interdisziplinären Entwicklungs- und Beratungsprojekten in den Bereichen Software, Hardware, Maschinenbau und Consulting.

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