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bbv Technica Radar

An diesen Trends kommt die Schweiz 2021 nicht vorbei

Ist jetzt ein Umstieg auf Serverless-Architekturen angesagt? Worin liegen die Herausforderungen bei Effort Estimation? Braucht es Clean Code noch? Mit dem neuen bbv Technica Radar erkennen Sie auf einen Blick, worauf es 2021 ankommt. Praktisch und nah am Puls Schweizer Unternehmen ist der Radar eine wichtige Entscheidungsgrundlage.

14.01.2021Text: bbv0 Kommentare
Tech-Radar
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Den Überblick über die vielen technologischen Entwicklungen zu behalten, ist nicht einfach. Besonders die Coronakrise hat einige Trends beschleunigt. Aus diesem Grund haben wir bei bbv den Technica Radar entwickelt, der zeigt, welche Technologien, Tools, Methoden, Sprachen und 2021 eine wichtige Rolle spielen werden. Welche Trends müssen im Auge behalten werden und warum? Und was ist eher auf dem absteigenden Ast?

Der bbv Technica Radar bündelt verschiedene Sichten: Zum einen zeigt er die Insights und Erfahrungen unserer Experten, die sich täglich mit anspruchsvollen Kundenvisionen und komplexen Projekten bei Schweizer Unternehmen auseinandersetzen. Darüber hinaus fliessen Einschätzungen aus den diversen Entwickler-Communities ein, in denen wir aktiv sind: Wie sehen die aktuellen Hot Topics aus, worüber wird rege diskutiert und wo sind wir uns einig? Und natürlich beobachten wir die Empfehlungen der weltweit tätigen Consulting Agenturen genau, wie Gartner oder ThoughtWorks. Alle Informationen werden intern analysiert und gewichtet sowie auf den Schweizer Markt angepasst, denn nicht jeder globale Hype spielt hier eine Rolle.

„Vollumfänglich alle Aspekte einer Entscheidung zu verstehen, ist heutzutage fast nicht mehr möglich. Der bbv Technica Radar unterstützt bei der Entscheidungsfindung mit unserer Sicht basierend auf den Erfahrungen in unseren unterschiedlichsten Kundenmandaten.“

Marco Ravicini, Mitglied des CTO-Board von bbv

 

Der Technica Radar zeigt, was immer wichtiger wird und wo Risiken lauern. Mit dem Radar können schneller Entscheidungen getroffen werden – für selbstorganisierende Teams eine ideale Diskussionsgrundlage.  Zu jedem Trend oder Konzept wird erklärt, warum eine Technologie oder ein Konzept wichtig ist und wo es eingesetzt werden kann. Unter «Use» stehen alle Technologien und Tools, die sich etabliert haben und regelmässig zum Einsatz kommen. Die ’New kids on the block’ sind unter «Evaluate» zu finden, bei «Reconsider» stehen die Technologien, die je nach Kontext und aktuellen Erkenntnissen überdacht werden sollten.

Tech-Radar
Der bbv Technica Radar 2020/21. Für die komplette Ansicht, aufs Bild klicken.

 

Zu jedem Trend gibt es eine aktuelle Analyse, wie folgende Beispiele zeigen:

 

Serverless Architecture

Einschätzung: Uptrending

Serverless sehen wir als weiteren Evolutionsschritt in der Entwicklung: Server – Virtuelle Maschinen – Containerisierung – Serverless. Bei Serverless-Architekturen wird der Code in eine separate Infrastruktur ausgeliefert. Diese Infrastruktur übernimmt viele Querschnitt-Themen wie z.B. Kommunikation und Integration mit Messaging Services.

Der Vorteil der Serverless-Architekturen liegt eindeutig darin, dass sich Projektteams auf die Implementierung der Business-Logik und das Lösen der Business-Probleme konzentrieren können anstatt auf die Integration des Software-Produkts. Ausserdem vereinfachen Serverless-Infrastrukturen die organisatorische und technische Skalierung. Doch diese Skalierbarkeit hat ihren Preis, daher ist zu prüfen, ob die steigenden Kosten durch die Einnahmen gedeckt werden. Um einen Einstieg zu finden und sich mit dem Thema vertraut zu machen, empfehlen wir, Serverless-Lösungen für Prototyping und Proof of Concepts zu verwenden.

Serverless Architecture wird sich als weiterer Baustein für Software-Lösungen etablieren und doch kein Allheilmittel sein. Gerade in Spezialfällen, wo z.B. eine Integration nicht durch einen Cloud Anbieter gewährleistet ist, oder man eine genaue Kontrolle braucht, ist eine Container-Lösung weiterhin die bessere Wahl.

 

Clean Code

Einschätzung: Use

Clean Code soll – sehr verkürzt formuliert – dafür sorgen, dass Code möglichst sauber programmiert wird, damit nachträgliche Quellcode-Bereinigungen entfallen. Dieses Konzept und die entsprechenden Methoden wenden wir täglich an, um qualitativ hochwertige Software zu entwickeln. Auch wenn das Buch bereits in die Jahre gekommen ist, sind die Ideen immer noch gültig und wir empfehlen, das Konzept des Clean Code weiterhin in Projekten umzusetzen.

In den letzten Monaten ist der Autor wiederholt durch politisch sehr unpassende Äusserungen aufgefallen. Er wurde dadurch von Veranstaltungen ausgeschlossen und sein Konzept geriet sogar in Verruf. Dieser Standpunkt des Autors widerspricht dem Mindset und den Werten von bbv und wir distanzieren uns ganz klar von seinen Äusserungen.

 

Effort Estimation

Einschätzung: Downtrending

Wir glauben, dass Effort Estimation immer möglich ist, also die Voraussage zu Kosten und Ressourcenaufwänden in IT-Projekten. Wir beobachten allerdings kontroverse Diskussionen und Missverständnisse bezüglich der Lebensdauer und der Präzision einer Schätzung.

Die Lebensdauer einer Schätzung ist von der Komplexität der Software-Produkte abhängig. Je nach Komplexität, ist eine zuverlässige Schätzung schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Kurzfristige Schätzungen sind weiterhin möglich, eine präzise langfristige Meilensteinplanung ist aber unserer Meinung nach unrealistisch. Dieser Trend wird noch verstärkt durch die Schnelllebigkeit neuer Technologien wie zum Beispiel Cloud-Dienste. Cloud-Anbieter ändern die Cloud Services in hoher Kadenz. Diese Änderungen generieren nicht planbare Aufwände in nicht vorhersehbaren Grössenordnungen.

Was die Präzision von Schätzungen angeht, muss umgedacht werden: Es kann nicht mehr alles vorausgesehen und geplant werden – falls das überhaupt jemals möglich war. So ist allenfalls planbar, wie viel Aufwand wir in Experimente (z.B. Proof of Concept) investieren wollen, um die Unbekannten und Unsicherheiten aufzudecken und zu reduzieren. Bei der Planung sollte im Zentrum stehen, dass das Ziel des Experiments ist, eine Hypothese oder die technische Machbarkeit zu prüfen, und nicht bereits die Umsetzung der Softwarelösung.

Im Projektalltag beobachten wir, dass oft zu viel Energie (Geld und Zeit) in die Schätzung gesteckt wird. Doch ab einem bestimmten Zeitpunkt wird die Schätzung nicht präziser, es lassen sich Verschiebungen und Ungeplantes nicht komplett eliminieren. Und: ein Team, das schätzt, arbeitet nicht produktiv. Effektiver ist es, die gesparte Zeit in Umsetzung und Lernen zu investieren.

Der Experte

Marco Ravicini

Marco Ravicini ist als Senior Software-Architekt .NET bei der bbv tätig. Als Lead der Software Craftsmanship und .NET Community innerhalb der bbv ist ihm der Erfahrungs- und Wissensaustausch sehr wichtig. Marco ist passionierter Vertreter der Software Craft Bewegung.

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